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Gewalttätiger Wahlkampfauftakt der NPD in Schwerin

Am Montag, dem 24. März, hielt die neonazistische NPD drei Kundgebungen in der Landeshauptstadt ab. Der ewig gestrige Spuk begann um elf Uhr auf dem belebten Marienplatz im Stadtzentrum. Trotz der kurzfristigen Mobilisierungszeit gelang es AntifaschistInnen und dem „Bürgerbündnis gegen Rechts“ den mit gegen Inklusion, ZuwanderInnen und „Volkstod“ dröhnende Lautsprecher ausgestatteten Infostand der NPD beidseitig zu flankieren um die anwesenden Parteimitglieder zu isolieren und als das zu entlarven was sie sind: Menschenhasser und Soziopathen.

Unter anderem waren Andreas Theißen aus Lübtheen, Kreisverbandsvorsitzender und das ‚Mädchen für Alles‘ in der Landtagsfraktion der NPD, David Böttcher aus Grevesmühlen, Kreistagsvertreter und ‚Bodyguard‘, Daniel Ohm aus Usedom, Stadtvertreter und Gewalttäter, Frank Klawitter aus Greifswald, unehrenhaft entlassener THW-Panzer und ehemaliger HDJ-Lager-Kommandant, Adrian Wasner aus Teterow sowie ein weiterer Nachwuchs-Nazis anwesend.

Abgeschirmt durch Antifa, Bürger und Polizei verirrten sich nur wenige Bürger zum Stand der NPD. Es fiel auf, dass immer wieder die gleichen seltsamen Gestalten den Stand aufsuchten. Ein Propagandaerfolg sieht anders aus. Die Aussage der Gegendemonstranten war klar zu lesen auf einem ihrer Transparente: „Gegen Intoleranz und Faschismus! Für eine multikulturelle Gesellschaft! Antifaschistische Aktion“. Bis zum frühen Nachmittag fristeten die Neonazis dann dumm grinsend ihre Zeit auf dem Marienplatz umringt von SchwerinerInnen die ihnen diesen Tag nicht mehr einfach machen würden. Zwischendurch ließ sich sogar die Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Die Linke) blicken um sich medienwirksam als Antifaschistin zu stilisieren. Die nicht vorhandene Lust des Schweriner Verwaltungsapparates etwas gegen neonazistische Umtriebe zu unternehmen zeigt, wie verlogen ihr Auftritt war.
Provokationen seitens der Neonazis im Verlauf der Kundgebungen wurden durch beherztes und entschlossenes Auftreten unterbunden, der von Haarausfall geplagte Andreas Theißen musste seine Videoaufnahmen per Ipad, kurz nachdem er zu filmen begann, schnell wieder einstellen, da ihn schnell AntifaschistInnen auf die Pelle rückten. Die Polizei verwies ihn auf seinen Platz am Stand und ermahnte ihn zur Zurückhaltung.

Es war bekannt, dass die Neonazis noch an anderen Stellen in Schwerin ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten wollten. So machten sich die AntifaschistInnen und Bürger auf den Weg zum Dreescher Markt, wo sich die Nazis noch schnell selbst entlarven sollten.
Noch beim Aufbau des Infostandes kam es dann zum Gewaltausbruch seitens der Nazis. Der einschlägig vorbestrafte Usedomer Daniel Ohm konnte seine Gewaltfantasien nicht mehr unterdrücken und ging unvermittelt auf einen Antifaschisten los. Dieses Verhalten zeigte er schon öfter in Vergangenheit z.b. bei seiner Beteiligung bei einem Angriff von 20 Nazis auf ein Wohnhaus in Greifswald.
Schnelles Handeln durch die GenossInnen konnte ihn schnell wieder auf Abstand bringen, THW-Panzer Klawitter rollte noch hinzu, wurde jedoch von der Polizei wieder weggeschickt. Es wurden mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung erstattet unter anderem gegen Daniel Ohm. Die AntifaschistInnen ließen sich durch das gewalttätige Verhalten nicht beirren und setzten ihre Protest- und Störaktion erfolgreich fort. Mit Trillerpfeifen und Sprechchören übertönten sie auch am Dreescher Markt der NPD ihr Gehetze gegen beeinträchtige Menschen, Flüchtlinge und Andersdenkende. Einzig und allein einige Personen, die mit den Neonazis auf Du waren, verirrten sich zum Stand. Währenddessen ernteten die NPD-Gegner viel Zuspruch, Bewunderung und Lob für ihre Gegenaktivitäten.
Der letzte Termin der NPD war dann in Lankow am Penny-Markt in der Rahlstedter Straße. Kurz sah es danach aus, dass diese Veranstaltung den Witterungen zum Opfer fallen würde, jedoch erbarmten die Wolken sich nicht einen Schwall Wasser auf die Neonazis abzulassen. Lankow ist ein sozial benachteiligter Stadtteil in dem Neonazis vermeintlich durch ihre populistischen Parolen leichtes Spiel haben, doch auch hier konnten sie nicht in Ruhe ihre Show abziehen. Kreative und witzige Sprechchöre machten sich andauernd über diesen Männerhaufen lustig. Halb fünf war dann der Spuk beendet. Würden die Nazis diesen vergangenen Aktionstag ehrlich betrachten, so müssten sie einsehen, dass diese Kundgebungen alles andere als erfolgreich für sie waren.

Fazit:
Der totale propagandistische Misserfolg und dazu noch zwei Anzeigen wegen Körperverletzung.

Die Antifa Schwerin-Mitte bedankt sich bei allen MitstreiterInnen, die den Nazis diesen Tag nachhaltig vermiesten. Wir werden auch in Anbetracht des Wahlkampfs für Kommunal- und Europawahl nicht ruhen bis diese Scheiße aufhört!


Nazis bekämpfen- immer und überall!

Theissen und Bötcher mit KSSNlern

Nazisdemos verhindern !

Am nächsten Sonnabend, dem 22.März 2014, möchten die „Bürgerinitiative Schöner und sicherer Wohnen in Ueckermünde“, hinter der viele bekannte Nazis stehen, in Ueckermünde einen Demo durchführen. Das Motto soll „Asylbetrug stoppen“ sein.

Dagegen regen sich Proteste. Infosgibt es unter :
greifswaldnazifrei.blogsport.eu

Am Samstag, den 5. April 2014, wollen Neonazis in der brandenburgischen Kleinstadt Wittenberge (Landkreis Prignitz) aufmarschieren. Hier wollen sie gegen den angeblichen “Volkstod” demonstrieren, versuchen die neonazistische Vernetzung in Nordbrandenburg voranzutreiben und die vorhandenen Strukturen der Szene neu zu aktivieren.

Dazu gibt es diese und nächste Woche auch in MV einige Mobivorträge:

18.03 um 19 Uhr im Tiko Wismar
19.03 um 19 Uhr in der Scheune Parchim
20.03 um 19 Uhr im Komplex Schwerin
21.03 um 19:30 im Median Rostock
26.03 um 19 Uhr im AJZ Neubrandenburg

Infos :
nonaziswittenberge.blogsport.de

Wir rufen alle auf, aktiv gegen die Aufmärsche zu protestieren und die Nazis keinen Meter weit kommen zu lassen !!!

Vorträge im Komplex

Gleich 2 interessante Vorträge gibt es nächste Woche im Komplex:

Am 20. März gibt es eine Mobiveranstaltung zu den Gegenveranstaltungen des Naziaufmarschs in Wittenberge am 5. April
Infos:
www.ab-prignitz.blogspot.de
http://wittenbergenazifrei.blogsport.eu/

Am 21. März wird Bernd Langer einen Vortrag über die Anfänge und Geschichte der autonome Antifa seit 1979 halten.

www.kunst-und-kampf.de

Beide Vorträge beginnen um 19 Uhr.

Vortrag über die Leipziger Meuten im Komplex

Es gab sie, Jugendliche aus den Arbeiter_innenklassen, die sich während der NS-Zeit den Nazi – Jugendorganisationen entzogen, organisiert und aktiven Widerstand geleistet haben. Das Regime hat sie dafür verfolgt , eingesperrt und umgebracht, aber dennoch wird ihnen nicht mit Staatsakten gedacht.

In Leipzig nannte man sie die „Leipziger Meuten“. Gruppen von Jugendlichen, die sowohl von der Kleidung als auch vom Verhalten nicht in die deutsche Volksgemeinschaft passten. Ihr Alltag war bestimmt von Repression, Scharmützeln mit der HJ und Verfolgung durch die Gestapo. Dennoch traten sie selbstbewusst und offen auf.

Am 07.02.2014 kann mensch im Komplex Schwerin mehr über die Leipziger Meuten erfahren. Dr. Sascha Lange wird sein gleichnamiges Buch und seine Forschungsergebnisse vorstellen. Einen Tag früher kann mensch ihn auch im Rostocker Median und einen Tag später in Neubrandenburg im AJZ sehen.

Leipziger Meuten

Facebookseite der Kameradschaft Schwerin gelöscht

Am 18.Januar wurde auf Facebook ein Antifa-Aktionstag durchgeführt. Bei der als „Flashmob“ bezeichneten Aktion sollten möglichst viele Menschen gleichzeitig Naziseiten bei Facebook melden. Bei dieser Aktion kam offensichtlich, neben vielen anderen Naziseiten, auch die Plattform der hiesigen Nazis unter die Räder. Wir sind gespannt wen die Kameraden als Urheber der Verschwörung identifizieren. Die kommunistischen Islamisten vom Mossad vielleicht ? ;)

„pro Deutschland “- Kundgebung in Schwerin

Wir zitieren einen Flyer des Komplex zur bevorstehenden Kundgebung von Pro Deutschland in Schwerin

An diesem Donnerstag, den 19. September 2013, will die Kleinstpartei „pro Deutschland“ auf ihrer Wahlkampftour, durch Deutschland, in Schwerin halt machen. Wie schon in unzähligen anderen Städten steuern sie auch hier vermeintlich „dunkle Orte“ an. In Schwerin ist damit eine Moschee, in der Anne- Frank- Str., und das Komplex, in der Pfaffenstr. in der Zeit von 11.30- 13.30 Uhr, gemeint. Auf der zugehörigen Wahlkampf—Internetseite liest sich das wie folgt: „Wir gehen dahin, wo es weh tut, wo das Scheitern der Altparteien offensichtlich geworden ist. Hier kollidiert ihre schöne, bunte Multi- Kulti- Welt mit dem wirklichen Leben. Radikale Islamisten und ihre einheimischen Helfer bedrohen unsere Freiheit!“

Schnell wird klar, dass „pro Deutschland“ mit dumpfem Rassismus versucht — hier getarnt als Sorge vor Islamisten — auf Stimmenfang zu gehen. Wir, das Komplex Schwerin, sollen dann als vermeintliche „einheimische Helfer“ herhalten. Dass diese Argumentation mehr als absurd ist, liegt auf der Hand. Wir sind ein alternatives, antifaschistisches und selbstverwaltetes Jugendzentrum. Den einzigen „Vorwurf“, den Leute uns machen könnten, wäre der, dasz wir alle Menschen gleich behandeln, egal welche sexuellen Orientierung, welche kulturelle Herkunft und/ oder welche religiöse Ansichten, sie haben, oder eben auch nicht.

Dies halten wir für ein erstrebenswertes, gesellschaftliches Ziel, das in seiner Quintessenz letztendlich Humanismus heiszt.

Aber ein wichtiger Fakt ist: „pro Deutschland“ bedient sich anschluszfähiger Positionen, welche in der Bevölkerung weit verbreitet sind. Die „pro Deutschland Bürgerbewegung“ reproduziert Rassismus, der mal als Verteidigung der westlichen Welt bzw. des Abendlandes daherkommt und mal als Sorge um die innere Sicherheit verhandelt wird — egal, es bleibt Rassismus! Auszerdem versucht „pro Deutschland“, indem sie auf ihrer Tour Kundgebungen vor linken Einrichtungen abhalten, gleich noch die Schuldigen zu identifizieren, die für die vermeintliche Misere Deutschlands verantwortlich sind. Diese Positionen und Anliegen sind gute Gründe die Nazis von „pro Deutschland“ gebührend zu empfangen und ihnen den Tag in Schwerin zu versauen.

Als Organisation ist „pro Deutschland“ jedoch ein lächerlicher und irrelevanter Haufen. So tauchten auf den Kundgebungen bei ihrer Wahlkampftour meist nur 5-10 Hanseln auf. Eine Parteistruktur in Schwerin gibt es nicht und es ist weder vor der Moschee, noch vor dem Komplex damit zu rechnen, dasz die Positionen von pro Deutschland besonderen Anklang finden werden. Das wissen die Macher_innen von „pro Deutschland“ selbst auch. Es geht ihnen um Provokation. Sie hoffen darauf, dasz es bei ihren Kundgebungen zu gewalttätigen Protesten gegen sie kommt, um eine medialen Aufmerksamkeit zu erreichen. Sie wollen Bilder bei denen sie sich in der Rolle des Opfers wähnen können, denn: „Man wird ja wohl nochmal sagen dürfen…“ Wir werden ihnen diese Bilder nicht liefern. Nichts desto trotz werden wir ihr menschenverachtendes und rassistisches Geschwafel nicht unkommentiert vor unserem Haus hinnehmen! Wir werden auch was zu sagen haben und werden unser Recht auf Meinungsäuszerung genauso wahrnehmen, wie die erbärmlichen Nazis von „pro Deutschland“!

Es ist nur eine Randnotiz wert, dasz die Stadt Schwerin sich wieder einmal im „Totschweigen“ gegenüber faschistoiden Veranstaltungen, wie dieser hier vor Ort, übt. Zu oft wurden ähnliche Veranstaltungen der NPD, sang- und klanglos vom hiesigen Ordnungsamt genehmigt. Während andere Städte ihr rechtliches Potential ausschöpfen, wie z.B. Rostock, wo die selbe Veranstaltung, an einen entfernteren Ort verlegt wurde oder wie z. B. in der SPD- regierten Stadt Ulm, wo die Stadt ihren kompletten Fuhrpark auf dem Kundgebungsort von „pro Deutschland“ parkte und damit die Veranstaltung verunmöglichte, ist Schwerin nicht einmal dazu in der Lage, die Bevölkerung zu informieren oder eine öffentliche Position zu beziehen. So dasz sie erst jetzt von uns darüber informiert werden.

Stellen sie sich an dem besagten Tag auf grosze Einschränkungen, die sowohl den parkenden, als auch den fahrenden Verkehr betreffen, ein. Auch akustisch dürfte sich einiges zur Mittagszeit regen. Wir würden uns wünschen und auch sehr freuen, wenn sie sich als AnwohnerInnen die Zeit nehmen würden, den Verursachern und Zuständigen vor Ort, in Gestalt von „pro Deutschland“, der Polizei und dem schweriner Ordnungsamt, in Person von Herrn Möller, ihre Meinung kundzutun. Auch aktiver Protest ist aus unserer Sicht sehr wünschenswert, sei es laute Musik am Fenster zu hören, selbstgemalte, rausgehangene Transparente oder was Ihnen noch so einfällt. Das Nichtbeachten oder Nichtverhalten bestärkt Parteien, wie „ pro Deutschland“ nur, auch in Ihren Namen zu handeln!

Wer und was ist „pro Deutschland“?

Die Partei…

Sitz der Partei ist Berlin. Im Juni 2010 wurde der Dachverband „Die Pro-Bewegung (PRO)“ gegründet, in dem pro Köln, pro NRW, pro Deutschland und andere Kleinvereine organisiert sind. Als Vorsitzender fungiert seitdem der pro Köln- und pro NRW-Vorsitzende Markus Beisicht, zu seinem Stellvertreter wurde der pro Deutschland-Vorsitzende Manfred Rouhs bestimmt, welcher in der Vergangenheit auch als Kandidat der rechtsextremen Parteien DLVH und NPD angetreten ist.

…und ihre Realität

Nach den Anschlägen in Norwegen 2011, hielt die Partei zwei Tage später eine Demonstration mit 15 Teilnehmern in der Nähe der norwegischen Botschaft ab. Berlins regierender Bürgermeister Wowereit, verschiedene Lokalmedien und Kritiker Verurteilten die Veranstaltung als „unerträglich“. Sie warfen der Partei eine Verhöhnung der Opfer und Wahlkampf auf Kosten der Toten vor. Die Polizei musste die Demonstration direkt vor der Botschaft verbieten, damit Angehörige und Staatsbürger nicht in ihrer Trauer von den pro-Deutschland-Aktivisten gestört wurden.

Am 11.August 2011 wurden zwei Wahlhelfer — ein Kreisvorsitzender und ein Kandidat — von „pro Deutschland“ festgenommen. Sie sollen nach einem Streit über Wahlplakate mit dem Slogan „Wählen gehen für Thilos Thesen“ einen Mann mit Migrationshintergrund durch die Straszen gejagt und mit dem Tode bedroht haben. Daraufhin griff ein Polizeioberkommissar in Zivil ein. Obwohl er den Wahlkämpfern von „pro Deutschland“ seine Dienstmarke zeigte, griffen sie ihn an, attackierten ihn mit Pfefferspray und verletzten ihn so schwer, dasz er ambulant behandelt werden muszte und seinen Dienst nicht mehr ausführen konnte. Erst nach dem Eintreffen von polizeilicher Verstärkung konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Die Berliner Polizei ermittelt gegen die Wahlkampflielfer wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Die Partei „Bürgerbewegung pro Deutschland“ bestreitet die Vorwürfe und erstattete Anzeige gegen den Polizeibeamten.

Im Bundestagswahlkampf 2013 kam es erneut zu Strafanzeigen gegen Vertreter von „pro Deutschland“. Im August 2013 griffen, nach Polizeiangaben, Vertreter von „pro Deutschland“ einen 17-jährigen Schüler an, nachdem dieser sich auf einer Demonstration gegen die Ziele und die Partei insgesamt ausgesprochen hatte. Daraufhin sollen Lars Seidensticker – Landesvorsitzender und Bundesgeneralsekretär der Partei – und weitere Personen den 17-Jährigen angegangen sein, ihn geschlagen, getreten und gewürgt haben. Die Polizei schloss Seidensticker daraufhin von der Demonstration aus. Nach Angaben der Polizei wird nun gegen Seidensticker und einen weiteren Wahlkämpfer wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung ermittelt.

(Quelle: Wikipedia)

NPD Kundgebung am Montag in Schwerin

Auf ihrer landesweiten Tour gegen Flüchtlingsheime und das Grundrecht auf Asyl veranstaltet die NPD am Montag, dem 12. August 2013, von 12 bis 16 Uhr, in Schwerin, eine Kundgebung. Geplanter Ort ist die Siegessäule vor dem Schloss. Das Motto ist „Asylflut und Eurowahn stoppen“.

Lange sah es so aus als ob die NPD, bei ihrem Zickzackkurs durch Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin vergessen hätte. Schon vor 2 Wochen brachten die Neonazis ihre Propaganda, neben Ludwigslust und Parchim, auch in Wismar und Grevesmühlen, unter die wenigen ZuhörerInnen und begaben sich dann auf eine Tour in die östlicheren Teile des Landes. Spätestens seit den erfolgreichen Protesten in Rostock wurden die Rundreise zum echten Eiertanz. Der „Flagschiff“ genannte LKW tingelte anschließend durch die vorpommerischen Kleinstädte, in denen schon fast traditionell ein hoher Zuspruch für dummdeutsches Gedankengut existiert. In größeren Städten der Region konnten Kundgebungen nur noch durch starke Polizei- und Absperrmaßnahmen ermöglicht werden.

Nun trifft der Wanderzirkus also in Schwerin ein. Hier ist allerdings die Situation anders als in vielen anderen Kreisen und Städten MVs. Durch die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, existiert auch kein Heim, gegen das gehetzt werden könnte. Die mit Flüchtlingsheimen einhergehende öffentliche Sichtbarkeit der sozialen Probleme von Asylsuchenden, wie Arbeitsverbot, Überfüllung der Heime und Residenzzwang, ist nicht gegeben. Dementsprechend minimal ist auch die Öffentlichkeit auf das Thema ansprechbar. Die Projektionsfläche ist sogar so klein, dass die NPD sich gezwungen sieht, ihre Kampagne um das Anti-EU/Euro Thema vom letzten Jahr zu erweitern. So kann man vielleicht noch einige Angst- und Wutbürger bewegen.

Wir rufen alle Menschen, Initiativen und Gruppen auf, den Nazis zu zeigen, dass ihre inhumanen und altbackenen Parolen nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Kommt am Montagnachmittag zur Siegessäule am Schloss und bereitet der NPD einen gebührenden Empfang!

Clément Méric- von Neonazis ermordet

Clément Méric - Komplex Rueckseite

Am 5. Juni 2013 wurde der 18jährige Student Clément Méric in Paris von Neonazis ermordet. Er war zusammen mit Freund_innen in der Nähe vom Bahnhof Haussmann – Saint-Lazare unterwegs, als er von 3 Neonazis angegriffen wurde. Clément Méric erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, dass er in der Nacht im Krankenhaus für hirntot erklärt wurde.

Die Täter_innen können dem Umfeld der mittlerweile verbotenen neonazistischen Organisationen Jeunesses Nationalistes Révolutionnaires (JNR) und Troisième Voie zugeordnet werden, welche mit der Front Nationale (FN) unter Marine Le Pen zusammenarbeiteten. Clément Méric war als Antifaschist bekannt, besuchte Veranstaltungen und Demonstrationen gegen Neonazis und Rassismus und war somit wohl ein bewusst gewähltes Angriffsziel der Täter_innen.

Als Reaktion darauf gab es viele Demonstrationen und Kundgebungen, um an Clément Méric zu erinnern und vor der Gefahr, die von Neonazis ausgeht, zu warnen. Unter anderem haben sich Streetartkünstler_innen und Antifaschist_innen zusammengetan, um die Menschen der Stadt Schwerin auf die Ermordung von Clément Méric aufmerksam zu machen. Gemeinsam gestalteten sie die Rückwand des alternativen Zentrums Komplex.

Gewalt von Neonazis ist ein Problem, welches nicht nur in Frankreich existiert. Überall auf der Welt werden Menschen zu Opfern ihrer menschenverachtender Ideologie.

Der Mord an Clément zeigt, dass es enorm wichtig ist, sich der Gefahr von Neonazis und rechter Gewalt bewusst zu werden, sowie den Menschen zu gedenken, die von dieser Gewalt betroffen sind.

Informationsveranstaltung zur kurdischen Befreiungsbewegung und den diesjährigen Newrozfeiern

Aktivist_innen berichten, am 22.Mai um 19 Uhr im Komplex – Schwerin, von ihrer Reise in den türkischen Teil Kurdistans und geben einen Einblick in die Hintergründe des Konflikts, dessen Verlauf und die aktuelle Situation

Die seit Ende letzten Jahres angelaufenen Friedensgespräche mit Vertreter_innen des türkischen Staates haben mit der Botschaft Abdullah Öcalans während der zentralen Demonstration und Newrozfeier in Amed/Diyarbakir am 21. März wieder Aufwind bekommen. In seiner Rede kündigte Öcalan den Beginn einer neuen Phase an. Diese zeichne sich dadurch aus, dass die Waffen zum Schweigen gebracht und der Raum für politischen Widerstand geschaffen werden soll.

Am 21. März wird in den kurdischen Gebieten Newroz, das Neujahr gefeiert. Dabei steht das Fest seit Jahren auch im
Zeichen des politischen Kampfes. Immer wieder hat der türkische Staat auf brutalste Weise versucht die Feierlichkeiten zu verbieten und zu verhindern.

Mit der Staatsgründung der Türkei und dessen Vorstellung von ,,einer Nation“ und ,,einem Volk“ war für die kurdische Bevölkerung kein Platz in diesem nationalistischen Konstrukt. Die kurdische Sprache, kurdische Feste und Gebräuche wurden verboten und deren Ausübung mit härtester Repression verfolgt. Tausende Kurd_innen, die sich gegen die Assimilierungspolitik der Türkei zu Wehr setzten, wurden inhaftiert, gefoltert oder verschleppt.

Der anhaltende Widerstand der kurdischen Bevölkerung ist kennzeichnend für den bis heute andauernden Konflikt. Obwohl die Befreiung der Kurd_innen stets oberstes Ziel dieserBewegung war, waren Formen und Umsetzung jedoch stets im Wandel begriffen. So versucht die Bewegung in den letzten 10 Jahren das Konzept der demokratischen Autonomie umzusetzen. Dabei geht es nicht mehr um die Gründung eines eigenen Staates, sondern darum sich innerhalb der gegebenen Staatsgrenzen demokratisch selbst zu verwalten. Es wurde mit dem Aufbau von Volks- und Frauenräten zur basisdemokratischen Selbstverwaltung begonnen und verschiedene Strukturen für das soziale Zusammenleben und die wirtschaftliche Versorgung aufgebaut. So entstanden diverse Kulturzentren, Frauenhäuser, sich selbst versorgende Kommunen sowie Frauenkooperativen.

Infos:
Rosa Luxemburg Stiftung MV
Komplex Schwerin

Morgen Infoveranstaltung im Komplex Schwerin

Morgen gibt es im Komplex Schwerin um 18:00 Uhr eine Infoveranstaltung zum jährlichen Naziaufzug in Demmin am 8.Mai.

Nicht lang fackeln!

Am 8. Mai 2013 will die Neonaziszene Mecklenburg Vorpommerns zum siebten Mal in Demmin aufmarschieren. Wieder einmal wollen sie ihre Sichtweise der Geschichte propagieren, einen deutschen Opfermythos konstruieren und diesen ins Zentrum des Gedenkens an die Kapitulation Deutschlands vor 68 Jahren rücken. Einmal mehr wollen sie so versuchen, die Geschichte zu relativieren und ihre menschenverachtende Propaganda auf die Straße zu bringen.

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