Archiv für April 2014

Erneute Schlappe der NPD in der Landeshauptstadt

Schwerin, 3.4.14, Südufer Pfaffenteich.
Während viele SchwerinerInnen auf dem Weg in ihre Mittagspause waren, musste das NPD-Wahlkampfteam sich wieder einmal der Wahrheit stellen. Die Wahrheit ist, dass die NPD nicht sonderlich beliebt ist in der Schweriner Innenstadt. Ein Bündnis aus Antifa, Bürgern und Parteienvertretern machten dem Männerhäufchen – bestehend aus: Marko Müller, Stefan Suhr, David Böttcher, Frank Klawitter, Michael Grewe, Daniel Ohm, Adrian Wasner und später noch Udo Pastörs himself – das verbreiten ihrer Propaganda sehr schwer und zu guter Letzt unmöglich. Dazu später mehr.

Unter dem Motto „Abwanderung stoppen“ meldete die NPD-Landtagsfraktion eine Kundgebung zum 3. April auf dem Grunthalplatz an, was die Versammlungsbehörde der Stadt Schwerin als solches auch vorläufig und anscheinend vorbehaltlos genehmigte.
Am 2.Mai 1945 wurde an dem heute noch stehenden Laternenmast auf dem Platz die Lehrerin Mariane Grunthal von SS-Soldaten ohne Gerichtsverhandlung erhängt. Die Soldaten gehörten zur Wachmanschaft des Todesmarsches aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen Richtung Westen. Ihr Vergehen : Nach dem sie von Hitlers Tod erfahren hatte , äußerte sie sich hoffnungsvoll zum nahen Kriegsende.
Dieses skandalöse Verhalten der Versammlungsbehörde konnte durch Proteste noch korrigiert werden, was eine Erniedrigung der NS-Opfer, welche sowieso schon mit der Existenz der NPD stattfindet, verhindern konnte.

Ab um zwölf also war das Südufer des Pfaffenteiches- sonst ein beliebter Treffpunkt für allerhand Menschen- ein trauriges Fleckchen Erde. Einzig und allein die kreativen bis harschen, aber ehrlichen Sprüche der Nazigegner konnten einen noch zum Lachen bringen.
Der Stand, wieder mit einem Lautsprecher bewaffnet, war schlecht besucht. Circa zehn Personen fanden den Weg zu David Böttcher, der versuchte den Leuten seine Dummheiten zu verkaufen. Eine Person kaufte ihm jedoch keine seiner Lügen ab und vergoss dazu noch aus Versehen seine Cola über die Auslage, dieses Missgeschick missfiel David Böttcher so sehr, dass durch sein Verhalten danach eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen ihn aufgenommen wurde. Die Polizei, die dazwischen ging, konnte jedoch aber auch nicht verhindern, dass er seine Brille verlor. Einige andere offensichtliche Dorfnazis, die sehr interessiert den Worten der Kameraden lauschten und wohlwollend Material entgegennahmen, mussten sich ein paar Minuten später klar machen, dass ihnen Sympathien nicht von allen Seiten zu teil werden.

Als der vorbestrafte Bundesvorsitzende der NPD, Udo Pastörs, noch auftauchte um seine Rede zur Abwanderung zu halten hatte er nur ein ablehnendes Publikum vor sich. „Drogensüchtige, arbeitsscheue Jugendliche in Mecklenburg und Pommern […]“ seien das Problem und „die Polen“ ja sowieso…
Seine Rede wurde mit Pfiffen, Eiern und Beleidigungen, die ihn in seiner Ehre herabwürdigen sollten, quittiert. Wieder einmal stellen wir, die Antifa Schwerin (Mitte) fest, dass die NPD es wieder nicht geschafft hat in Schwerin so etwas wie eine Wahlkampfveranstaltung durchzuführen. Potenziellen Wahlkampfhelfern wurde gezeigt wie es ihnen ergehen kann wenn sie Leute treffen, die Nazis nicht mögen.

Udo Pastörs wird sich nach dem Wahlkampf und den Europa- und Kommunalwahlen innerhalb seiner zerstrittenen und hochverschuldeten Partei einiger Kritik ausgesetzt sehen. Ein Misserfolg bei den Wahlen würde einen Abrutsch in die Bedeutungslosigkeit bedeuten und die ohnehin schlechte finanzielle Situation noch um ein vielfachen verschlimmern.

Jedoch muss auch in Zukunft jedem öffentlichen Auftreten von Neonazis offensiv entgegen gewirkt werden.

Trefft euch und bildet Antifa-Banden!

[UPDATE]NPD Kundgebung auf dem Grunthalplatz

UPDATE : Die Kundgebung wurde anscheinend an den Paffenteich / Arsenalstraße verlegt. Kommt alle da hin !

Am Donnerstag, dem 03.04.2014, um 12 – 14 Uhr will die NPD auf dem Schweriner Grunthalplatz vor dem Bahnhof eine Kundgebung unter dem Motto „Abwanderung stoppen“ abhalten.
Einen Tag zuvor werden sie ab um 12 Uhr auf dem Alexandrinenplatz in Ludwigslust stehen. Hier soll das Motto „Ausländer kosten uns Millionen“ sein.

In Schwerin wäre es ein einmaliger Skandal, wenn die Neonazis erstmalig auf dem durch ein NS-Endphaseverbrechen belasteten Platz stehen könnten.
Am 2.Mai 1945 wurde an dem heute noch stehenden Laternenmast auf dem Platz die Lehrerin Mariane Grunthal von SS-Soldaten ohne Gerichtsverhandlung erhängt. Die Soldaten gehörten zur Wachmanschaft des Todesmarsches aus den KZs Ravensbrück und Sachsenhausen Richtung Westen.
Ihr Vergehen : Nach dem sie von Hitlers Tod erfahren hatte , äußerte sie sich hoffnungsvoll zum nahen Kriegsende.
Eine Stunde nach dem Mord wurde Schwerin von amerikanischen Streitkräften befreit.

Ein Zeitzeugenbericht aus der SVZ

Wir fordern die Stadtverwaltung und Ordnungsamt, insbesondere OB Gramkow sowie Herrn Möller auf, auf die Kundgebung zu unterbinden.
Es ist eine beschämende Erniedrigung aller NS-Opfer sowie eine ungeheure Provokation.

Sollte die Kundgebung stattfinden, fordern wir alle Bürger_Innen und Antifaschist_Innen auf, den Nazis klar und laut zu sagen , das wir ihre menschenverachtende Ideologie weder hier noch anderswo tolerieren werden.