Archiv für September 2012

JN – Demo am 20. Oktober in Wismar

Am 20.Oktober 2012 will die NPD-Jugendorganisation JN, in Wismar, eine Demonstration durchführen. Mit dem Motto „Wir wollen leben“ will sie auf den herbei halluzinierten „Volkstod“ Bezug nehmen. Damit knüpft die JN, das Bindeglied zwischen „freien“ Kameradschaften und der Mutterpartei, NPD, u.a. an eine Aktion der „Unsterblichen“ an, die im Mai diesen Jahres eine unangemeldete Demonstration in Wismar durchführten. Damals mussten schon die meisten Beteiligten von außerhalb angefahren werden, um die, durchaus existente, lokale, Kameradschaftsszene aus ihrer Apathie zu reißen.
Diesmal allerdings wird versucht mehr die Jugend anzusprechen, in dem z.b. soziale Netzwerke, wie Facebook als Mobilisierungsplattform entdeckt werden. Ob so allerdings eine solide, politische Basis, auch für die von Nachwuchsprobleme geplagte NPD, aufgebaut werden kann, ist fraglich.

Verschiedene bürgerliche und antifaschistische Initiativen werden ihren Protest an diesem Tag auf die Straße bringen. So wird, u.a., das Bündnis „Kein Leben ohne Freiheit – NPD und JN bekämpfen“ den Nazis mit einer antifaschistischen Demonstration begegnen.

Auch wir rufen alle Menschen auf sich dem völkischen Treiben der Nazis in den Weg zu stellen und die Proteste zu unterstützen !

Infos :
Kombinat Fortschritt

HRo / B : Zwischen Aufbruch und Pogromen

Linke Politik Anfang der 90er in Ostdeutschland

Die erste Hälfe der 90er Jahre war eine Zeit voller Widersprüche. Auf der einen Seite stellte die rassistische und nationalistische Mobilisierung die antifaschistische Linke vor neue und schwierige politische Herausforderungen. Die explosionsartige Zunahme faschistischer und rassistischer Gewalt, die ihre Höhepunkte unter anderem in den Pogromen von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen fand, bedeutete für viele Menschen eine alltägliche Bedrohung. Auf der anderen Seite waren die Nach-Wende-Jahre alles andere als eine bleierne Zeit. Die gesellschaftlichen Umbrüche eröffneten gerade im Osten weite Freiräume, die auch die Linke nutzen konnte und genutzt hat. Überall in der Ex-DDR entstanden Initiativen, wurden alternative Jugendzentren aufgebaut, Häuser besetzt, Bündnisse geschmiedet. Es war zu spüren, dass sich etwas bewegt, dass Veränderung möglich ist. Aus der Notwendigkeit der Selbstverteidigung entstanden überall Antifa-Zusammenhänge, die die Nazis an vielen Orten zurückdrängen konnten.

Mit der Veranstaltung wollen wir AktivistInnen zu Wort kommen lassen, die zwischen Systemzusammenbruch, Einheitswahn und Naziterror versucht haben, linke emanzipatorische Politik durchzusetzen. Wir wollen mit Leuten aus Strausberg, Magdeburg, Rostock, Greifswald und Berlin darüber debattieren, mit welchen politischen Konzepten damals linke Politik gemacht wurde und welche Bedeutung diese Erfahrungen für die Auseinandersetzungen heute haben können.

Eine Veranstaltung vom Antifaschistischen Infoblatt, analyse & kritik, Avanti – Projekt undogmatische linke, telegraph, avanti, sobi – soziale Bildung e.v. Rostock.

Freitag, 21.09.2012 um 19:00 h im Festsaal Kreuzberg / Berlin
Freitag, 26.10.2012 um 19:30 h im Peter-Weiss-Haus / Rostock

Flyer : PDF